Kinderpatenschaften der Vinzentinerinnen in Peru
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“Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe” (Johannes 13, 15)
Finanzkrise, Eurokrise, Chaos an den Börsen. Krisen ohne Ende. Was passiert mit einer Gesellschaft, die Gott negiert und stattdessen hemmungslos den “Gott” des Geldes anbetet ? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie angenehm eine Gesellschaft sein könnte, die auf christlichen Grundwerten aufgebaut wäre ? Wo jeder den anderen achtet und rücksichtsvoll miteinander umgegangen wird. Keine Gier von Managern, keine Ausbeutung, keine Gewalt, keine Verbrechen. Krankheit und Schmerz wären in so einer Gesellschaft viel leichter zu ertragen, weil jeder viele Menschen um sich hätten, die das Leid des Einzelnen mittragen würden. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was die Menschheit ohne Kriege und gegenseitigen Hass alles hätte erreichen können ? Welche Höhen der Wissenschaft und Kunst man hätte erringen können ? Immer mehr Menschen in unserer konsumorientierten Gesellschaft sind von ihrem Leben enttäuscht, etwas scheint nicht zu stimmen. Vielen erscheint ihr Leben leer und sinnlos. Die meisten reagieren darauf, indem sie sich in ihre Arbeit stürzen - auch die Freizeit wird überfrachtet mit rastlosen Aktivitäten. Mehr oder weniger wahllos werden materielle Dinge angehäuft. Nur keine Zeit zum Nachdenken scheint das Motto zu sein, da sich sonst diese unangenehme Empfindung, dass etwas Elementares in unserem Leben nicht stimmt, wieder in unser Bewusstsein drängt. Und dennoch lässt sich dieses Gefühl der Entfremdung nicht unterdrücken. Auch Anhäufen von materiellen Gütern bringt nur kurzfristige Befriedigung. Auch die Medien bieten keinerlei Orientierung. Durch das Einerlei der Talk- und Gerichtsshows, der täglichen Soaps etc., wird die innere Leere nur noch rascher vergrößert. Die Folgen dieser Orientierungslosigkeit, dieses Verdrängens unserer wahren Bedürfnisse sind katastrophal : Depressionen, Hyperaktivität, Abgleiten in Scheinwelten (Fernsehserien als Ersatz für Familienangehörige, Computerrollenspiele als Ersatz für das wirkliche Leben, Internetsucht etc.), Vereinsamung, Magersucht, Bulimie, Fettsucht, Kleptomanie, Waschzwang, Gewaltbereitschaft, körperliche Erkrankungen sämlicher Art wie Herzinfarkt oder Magengeschwüre, Drogen, Konsumrausch, Unfähigkeit zu emotionalen Bindungen und Partnerschaften, Nicht-Kommunizieren-Können mit dem Lebenspartner, Freunden und Familie, Unfähigkeit Gefühle auszudrücken, Gleichgültigkeit gegenüber seiner Umgebung - selbst gegenüber den eigenen Kindern, sogenannte Schönheitsoperationen, die die Menschen mehr entstellen als verschönern... die Liste ließe sich beliebig verlängern. Das Lebenskonzept und Denken der Gierigen und Skrupellosen, mit all seinen Auswirkungen, die wir in unser heutigen Welt sehen, ist bereits beschrieben im Buch der Weisheit in der Bibel : Sie (die Frevler) tauschen ihre verkehrten Gedanken aus und sagen: Kurz und traurig ist unser Leben ; für das Ende des Menschen gibt es keine Arznei und man kennt keinen, der aus der Welt des Todes befreit. Durch Zufall sind wir geworden und danach werden wir sein, als wären wir nie gewesen. Der Atem in unserer Nase ist Rauch und das Denken ist ein Funke, der vom Schlag des Herzens entfacht wird; verlöscht er, dann zerfällt der Leib zu Asche und der Geist verweht wie dünne Luft. Unser Name wird bald vergessen, niemand denkt mehr an unsere Taten. Unser Leben geht vorüber wie die Spur einer Wolke und löst sich auf wie ein Nebel, der von den Strahlen der Sonne verscheucht und von ihrer Wärme zu Boden gedrückt wird. Unsere Zeit geht vorüber wie ein Schatten, unser Ende wiederholt sich nicht; es ist versiegelt und keiner kommt zurück. Auf, lasst uns die Güter des Lebens genießen und die Schöpfung auskosten, wie es der Jugend zusteht. Erlesener Wein und Salböl sollen uns reichlich fließen, keine Blume des Frühlings darf uns entgehen. Bekränzen wir uns mit Rosen, ehe sie verwelken; keine Wiese bleibe unberührt von unserem ausgelassenen Treiben. Überall wollen wir Zeichen der Fröhlichkeit zurücklassen; das ist unser Anteil, das fällt uns zu. Lasst uns den Gerechten unterdrücken, der in Armut lebt, die Witwe nicht schonen und das graue Haar des betagten Greises nicht scheuen! Unsere Stärke soll bestimmen, was Gerechtigkeit ist; denn das Schwache erweist sich als unnütz. Buch der Weisheit 2, 1-11 Der heilige Vinzenz stellt uns ein ganz anderes Lebenskonzept vor : “Habe ein Herz für die Armen, ohne Maß wird dann Dein Herzensfrieden sein.” und “Halten wir es mit Gott, dann hält er es mit uns, und mit ihm besitzen wir alles.” In seinem Leben den Augenmerk nicht auf eigene sondern auf die Bedürfnisse anderer auszurichten, erscheint in einer Gesellschaft, in der nichts so sehr geschätzt wird wie der eigene Besitz und die eigene Unabhängigkeit, auf den ersten Blick geradezu als absurd. Und dennoch, aus eigener Erfahrung kann ich sagen, es funktioniert - probieren Sie es doch einmal aus ! Beginnen Sie mit einem kleinen Schritt : Schenken Sie jemanden Ihr Lächeln, nehmen Sie Rücksicht im Straßenverkehr, schalten Sie den Fernseher aus und unternehmen Sie etwas mit Ihren Kindern, fragen Sie Ihre gehbehinderte Nachbarin, ob Sie ihr etwas vom Einkaufen mitbringen können, gehen Sie in ein Altenheim und lesen den alten Menschen eine Geschichte vor oder lassen Sie sich Geschichten von ihnen erzählen, kaufen Sie Trans-Fair-Produkte, um die Lebensbedingungen der Anbauer in der Dritten-Welt zu verbessern, engagieren Sie sich zu Gunsten des Umweltschutzes, übernehmen Sie eine Kinderpatenschaft, engagieren Sie sich für Kranke, gründen Sie einen Besuchsdienst, fragen Sie bei der nächsten Kirchengemeinde nach, ob man Ihre Hilfe gebrauchen kann, engagieren Sie sich in Vereinen und Verbänden. Es gibt tausende Möglichkeiten, dem Vorbild des heiligen Vinzenz nachzueifern, den Weg des heiligen Vinzenz zu beschreiten. Wir Christen glauben, dass uns im Nächsten Jesus begegnet. Christus hat gesagt : “Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.” Im Buch der Sprichwörter in der Bibel heißt es : “Wer Erbarmen hat mit dem Elenden, leiht dem Herrn ; er wird ihm seine Wohltat vergelten.” Ich habe Ihnen im folgenden Abschnitt die leiblichen und geistlichen Werke der christlichen Barmherzigkeit, zusammen mit Bildern von verschiedenen Pariser Friedhöfen, zusammengestellt. Bilder von Friedhöfen habe ich als Erinnerung daran ausgewählt, dass unser irdisches Leben kurz und endlich ist - deshalb sollte man seine Zeit sinnvoll nutzen und versuchen zu ergründen, was einem wirklich wichtig ist im Leben, um so seine eigentliche Berufung zu entdecken. Ich möchte Sie einladen, anhand des nachstehenden Textes und der Bilder, darüber zu meditieren, wie Ihr eigener vinzentinischer Weg aussehen könnte, d.h., was Sie persönlich tun können, um das seelische und körperliche Leid in dieser Welt zu verringern. Seinen Sie erfinderisch ! Haben Sie Mut ! Beginnen Sie mit einem kleinen Schritt, einem Lächeln, einer freundlichen Geste - machen Sie sich auf den Weg ! Matthias Schwarze
Die Hungrigen speisen.
Die Durstigen tränken.
Die Nackten bekleiden.
Die Fremden beherbergen.
Die Gefangenen erlösen.
Die Kranken besuchen.
Die Toten begraben.
Die Zweifelnden beraten.
Die Unwissenden belehren.
Die Sünder zurechtweisen.
Die Trauernden trösten.
Erlittenes Unrecht verzeihen.
Die Lästigen geduldig ertragen.
Für die Lebenden und Verstorbenen beten.
“Es gibt viele Wege zu Gott - so viele wie es Menschen gibt.” (Papst Benedikt XVI.)
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