Kinderpatenschaften der Vinzentinerinnen in Peru
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Nachrichten aus Peru 2012 - Feuilleton |
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Jimbe - 28.01.12 Meine Tage sind wie Rauch geschwunden, meine Glieder wie von Feuer verbrannt. Versengt wie Gras und verdorrt ist mein Herz, sodass ich vergessen habe, mein Brot zu essen. Vor lauter Stöhnen und Schreien bin ich nur noch Haut und Knochen. Ich bin wie eine Dohle in der Wüste, wie eine Eule in öden Ruinen. Ich liege wach, und ich klage wie ein einsamer Vogel auf dem Dach...Staub muss ich essen wie Brot, mit Tränen mische ich meinen Trank. Psalm 102 4-8, 10 Die folgenden Bilder aus Jimbe schickte gestern Schwester Gisela. Ich habe lange überlegt, ob ich diese Bilder ins Internet stellen kann. Darf man Menschen so in ihrem Elend zeigen ? Ist das moralisch verantwortbar ? Nach reichlicher Überlegung habe ich mich dennoch - troz schwerer Bedenken - für eine Veröffentlichung entschieden. Anders als in den Medien wird hier auf diesen Internetseiten mit den Bildern kein Geld verdient. Hier geht es nicht darum, Sensationslust zu befriedigen, sondern den Armen in Peru zu helfen - gemäß des Mottos des heiligen Vinzenz “Unser Platz ist an der Seite derer, die keinen Menschen haben”. Für die meisten Menschen in Deutschland ist das Ausmaß des Elends in Peru nur schwer vorstellbar. Dennoch bleibt die Veröffentlichung der folgenden Bilder eine Gratwanderung. Matthias Schwarze
Bei den folgenden Personen handelt es sich um Arme aus Jimbe und Umgebung, die von Schwester Gisela und Schwester Graciela regelmäßig besucht und mit Lebensmitteln versorgt werden. Für eine umfassendere Hilfe fehlt das Geld. Nachstehend Frau Petronila, 85 Jahre alt. Seit einigen Jahren kann sie nicht mehr eigenständig gehen.
Der 97 jährige Ehemann von Frau Petronila, erblindet und stark gehbehindert.
Auf dem folgendem Bild ist Herr Pedro Ayana, 60 Jahre alt, zu sehen. Er leidet an der Parkinson-Krankheit. Wie die meisten Peruaner kann er sich eine Krankenversicherung nicht leisten, dementsprechend hat er keinerlei medizinische Versorgung. Außer den Schwestern hat er niemanden, keinerlei soziale Kontakte. Die Schwestern bringen ihm von montags bis sonntags täglich 3 Mahlzeiten vorbei. Bis vor kurzem hatte er in seiner Hütte weder ein Bett noch sonstige Möbel, nur gestampfte Erde. Zu Weihnachten 2011 haben die Schwestern ihm ein Bett, finanziert aus den Spenden aus Deutschland, ein Bett mit Bettzeug, einen Stuhl, einen Tisch geschenkt.
Nachstehend ein Bild von Frau Angelina, die unter Magen-Krebs im Endstadium leidet. Sie kann keine Nahrung mehr bei sich behalten. Schmerzmittel sind für sie unbezahlbar.
Frau Gregoria... auch mit 72 Jahren ist sie gezwungen, sich jeden Tag Brennholz vom Feld holen. Ein offenes Feuer muss die nicht vorhandene Heizung ersetzen.
Nachfolgend ein Bild von der 50-jährigen Marilu, eine geistig- und körperlich Schwerbehinderte. Zu Weihnachten schenkten die Vinzentinerinnen ihr gespendete Turnschuhe aus Deutschland.
Marilu wird von ihrer 75-jährigen Mutter betreut, die unter schweren chronischen Schmerzen leidet :
Frau Teodora, 70 Jahre, zusammen mit ihrem Ehemann Justo, 75 Jahre, vor ihrer Hütte. Kein Strom, kein fließend Wasser, keine Heizung, keine Toilette.
Von der Welt vergessen... Letzte und einzige Verbindung zur Außenwelt sind die Vinzentinerinnen...
Jimbe / Rayan / Quilcay - 24.01.12 Der Pfarrer von Jimbe, Padre Abel, muss oft weiteste Strecken, zum Teil auf offenen Ladeflächen eines Pick-up zurücklegen, um zu seinen Gemeindemitgliedern zu gelangen. Die Straßen sind meistens ungeteert und nicht gesichtert. Anfang des Jahres fand in Rayán, einem winzigem Dorf auf fast 4000 Meter Höhe nord-westlich von Jimbe, ein Taufgottesdienst mit mehreren Täuflingen statt. Die Familienangehörigen hatten monatelang auf das sich anschließende Festessen gespart. In den Hütten der Armen gibt es meist nur ein oder zwei Fenster, keinen Strom, kein fließend Wasser, als Boden nur gestampfte Erde, oftmals überhaupt keine Möbel.
Padre Abel wird in seiner Arbeit stets von den Vinzentinerinnen unterstützt, u.a. auch beim Religionsunterricht. Nachstehend Schwester Graciela mit einem Erst-Kommunionskind (in einem geliehenem Kleid) in einem Dörflein mit dem Namen Quilcay (auf 5000 Meter Höhe) und eine anschließende Kommunionsfeier.
Jimbe - 20.01.12 Erinnern Sie sich an Yara ? Anfang März 20 Yara im Frühjahr 2010 :
Durch Spenden aus Deutschland konnte die Behandlung bei einem Hautarzt finanziert werden. Der Hautpilz verschwand nach kurzer Zeit und Yaras Haare begannen wieder zu wachsen. Heute erreichte uns ein neues Bild von Yara. Ihre Haare sind in den vergangen zwei Jahren erstaunlich gewachsen. In der Bibel heißt es dazu : Durch Mittel beruhigt der Arzt den Schmerz, ebenso bereitet der Salbenmischer die Arznei, damit Gottes Werke nicht aufhören und die Hilfe nicht von der Erde verschwindet. Jesus Sirach 38, 7 f.
Jimbe - 18.01.12 Heute erreichten uns auch Fotos vom Weihnachts-Gottesdienst sowie der sich anschließenden Weihnachtsfeier der Seniorinnen und Senioren in Jimbe :
Schwester Gisela verteilt Geschenke aus Deutschland :
Jimbe - 17.01.12 Am 19.12.2011 fand im Speisesaal der Sozialstation der Vinzentinerinnen in Jimbe die Weihnachtsfeier, chocolatada genannt, für bedürftige Kinder und Jugendliche statt. Auch in diesem Jahr hatten Schülerinnen und Schüler der Musikschule Schwarze aus Sarstedt bei Hildesheim rund 150 Kuscheltiere gespendet, die nach dem Festessen, zusammen mit einer Weihnachtstüte voller Süßigkeiten, durch Losverfahren (Wichteln) an die Kinder verteilt wurden.
Grecia :
Omate - 09.01.12 Ende Dezember trafen die letzten Päckchen für 2011 mit Hilfsgütern aus Deutschland in Omate ein. Die nachfolgenden Bilder zeigen Schwester Liberata und Schwester Inés beim Sortieren und Sichten der gespendeten Sachen :
Ein großer Teil der Hilfslieferung bestand diesmal aus Schuhen. Die Schwestern luden die Armen zu sich in die eigene Sozialstation ein, damit jeder passende Schuhe in der richtigen Größe finden konnte :
SOS-Affenalarm in der Grundschule. Unter den gespendeten Gegenständen befand sich auch das Gesellschaftsspiel SOS-Affenalarm, das Schwester Inés der Grundschule in Omate spendete :
Wärmflaschen sind in Peru unbekannt. Gerade wegen ihres geringen Anschaffungspreises, der leichten Handhabung und ihrer langen Haltbarkeit sind sie aber hervorragend als Schutz vor der nächtlichen Kälte geeignet. Besonders die alten Leute sind ganz begeistert von den Wärmflaschen aus Alemania.
Einige von den Beschenkten freuten sich so, dass Ihnen Freudestränen die Wange hinunter liefen :
Alle Kinder der Familie Sanchez sind mit Schuhen und Kleidung aus Deutschland versorgt...
Einmal die ganze Familie neu eingekleidet...
Ein neues Oberteil und eine neue Jeans aus Deutschland...
Einmal komplett neu gestylt...
JIMBE - 03.01.12 Schüler des Gymnasiums Colegio Reyna del mundo aus Lima absolvieren ein Sozial-Praktikum in Jimbe Schwester Viviana, Direktorin des vinzentinischen Gymnasiums Colegio Reyna del mundo in Lima, hat ein neues Sozial-Projekt ins Leben gerufen. Schüler und Schülerinnen der dortigen Oberstufe haben jetzt die Möglichkeit, in den Sozialstationen der Vinzentinerinnen ein Sozialpraktikum zu absolvieren. Schwester Gisela, zur Zeit stellvertretende Leiterin in Jimbe für die erkrankte Schwester Ursula-Maria, freute sich, am 27. Dezember insgesamt 15 Praktikantinnen und Praktikanten aus Lima begrüßen zu können. Die ersten Tage verbrachten die Jugendlichen aus Lima damit, Alten, Kindern und Kranken in Jimbe, Rayan und umliegenden Dörfern Besuche abzustatten, begleiteten die Schwestern zu den Armen und Bedürftigen, um diese, in ihren zum Teil sehr abgelegenen Hütten, mit Lebensmitteln zu versorgen, verteilten Kleidung und Spielsachen und organisierten einen Gesangsnachmittag mit den Senioren in Jimbe. Besonders die alten Menschen freuten sich über die willkommene Abwechslung. “Für die Jugendlichen ist dieses Sozial-Praktikum eine tiefgreifende Erfahrung”, so Schwester Gisela, “besonders auch in spiritueller Hinsicht : sie erfahren hier, was gelebte Nächstenliebe und Barmherzigkeit bedeutet.” Um die heilende Kraft der Nächstenliebe wußte schon der heilige Vinzenz, der es selbst folgendermaßen ausdrückte : “Habe ein Herz für die Armen - ohne Maß wird dann dein Herzensfrieden sein.”
JIMBE - 01.01.12 Mit erheblicher Verzögerung hat in Jimbe der lang erwartete Regen, in Form von intensivem Nieselregen, eingesetzt. Morgens und abends zieht dichter Nebel auf, der besonders den Autofahrern auf den vielen Serpentinen der nicht abgesicherten Bergstraßen Schwierigkeiten macht. |
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