fe y alegría - Glaube und Freude

das Behindertenzentrum der Franziskanerinnen in Peru

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Das Behindertenzentrum fe y alegría

Armut und Elend in den Slums von Peru      

Zitate des heiligen Franz von Assisi

Das Leben des heiligen Franz von Assisi

Grußwort von Matthias Schwarze                          

SPENDENKONTO : Franziskanerinnen Gengenbach

Stichwort : fe y alegría

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Luise

Die heilige Louise de Marillac, oder Luise von Marillac, wie sie im Deutschen genannt wird, war die Gründerin der Vinzentinerinnen (zusammen mit dem heiligen Vinzenz). Sie wurde am 12. August l59l in Paris geboren. Der Name ihrer Mutter ist nicht bekannt. Ihr Vater, Louis de Marillac, stammte aus einer großen Familie aus der Auvergne und lebte als Witwer allein in Paris. Als Louise vier Jahre alt war, heiratete ihr Vater erneut. Sie selbst wurde dem königlichen Kloster der Dominikanerinnen in Poissy anvertraut, in dem auch eine ihrer Tanten lebte. Louise erfuhr in ihrer Kindheit keine familiäre Wärme, im Pensionat der Dominikanerinnen erhielt sie in einem vorbildlichen christlichen Umfeld eine liebevolle Erziehung und klassische Bildung.

Als sie dreizehn Jahre alt war, starb ihr Vater ; Louise kam als Vollwaise in eine bescheidene Pension in Paris. Kein Komfort, kein leichtes Leben mehr. Um ihrer Vermieterin das Überleben zu sichern, begann sie das Spitzen- und Wäsche-Sticken. In dieser Zeit las Louise unendlich viel  : die ganz Heilige Schrift, die Nachfolge Christi, die Einführung in das fromme Leben vom heiligen Franz von Sales, die erst kürzlich erschienen war und großen Erfolg hatte. Da ihr Glaube tief und fordernd war, dachte Louise daran, in eine der strengsten Kongregationen ihrer Zeit einzutreten, bei den Kapuzinerinnen. Aber diesen Plan musste sie wegen ihrer schwachen Gesundheit aufgeben. Das stürzte sie in große Verwirrung...

Louise war nun 22 Jahre alt. Sie fühlte sich ganz allein und fragte sich nach ihrer Zukunft. Ihre Verwandtschaft meinte nun, dass es Zeit sei zu heiraten. Ein junger Mann aus guter Familie und mit ordentlichem Besitz, der Sekretär des Kommandos der Königin-Mutter, Maria von Medici, wurde dazu auserwählt.1613 heirateten Louise und Antoine Le Gras in der Kirche Saint-Gervais. Mit dieser Heirat verschwanden die Schatten ihrer Geburt und ihrer Jugend. Das junge Paar erfuhr das königliche Wohlwollen. Louise war überglücklich. Sie lebte sich in ihre weltliche Rolle ein. Die Le Gras gaben in ihrem Haus in Marais Empfänge und waren oft bei Hof eingeladen. Kurze Zeit später wurde ihr Sohn Michael geboren. Als sich die Machtverhältnisse am Hof änderten, die Königin-Mutter wurde entmachtet, ihr Hofstaat aufgelöst, änderten sich auch die Lebensverhältnisse im Hause Le Gras. Die königlichen Zuwendungen entfielen, Louises Sohn entwickelte sich nicht in der gewünschten Weise, gleichzeitig musste sie sich um ihren verwaisten Neffen kümmern; ihre Geldmittel flossen dahin. Ab 1621 brach bei ihrem Mann eine schwere Krankheit aus, die ihn bald ans Bett fesseln sollte. Louise übernahm seine Pflege. 1623 wurden ihre Zweifel am Sinn des Lebens von Woche zu Woche intensiver; in einen Zustand der Trostlosigkeit, zweifelte sie an der Unsterblichkeit der Seele und an der Existenz Gottes.

Am Pfingstfest änderte sich plötzlich alles. Während der heiligen Messe in Saint-Nicolas-des-Champs wurde Louise vom Heiligen Geist erleuchtet : ihr Glaube wurde sicher, sie erkannte, dass sie sich eines Tages durch Gelübde Gott weihen würde, um den Armen zu dienen, und dass sie außerhalb der Klausur in Gemeinschaft leben würde ; sie wusste nun auch, dass Gott ihr einen Priester schicken würde, um sie in ihrer Mission zu leiten. Seither verehrte sie den Heiligen Geist Gottes ganz besonders, weil sie sein machtvolles Wirken erfahren hatte.

 

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St. Nicolas-des-Champs, Paris

 

Ihr Mann starb am 21. Dezember 1625 in Frieden. Über den Tod ihres Gatten war Louise sehr bekümmert. Die Vorsehung hatte sie einige Monate vorher einem gewissen Vinzenz von Paul begegnen lassen, in ihm erkannte sie den Priester, der ihr in der Pfingsterleuchtung vorausgesagt worden war. Die Begegnung wurde für ihr zukünftiges Leben bestimmend.

 

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St. Nicolas-des-Champs, Paris

 

Zu diesem Zeitpunkt war Louise 34 Jahre alt. Sie geriet erneut in eine Zeit der Unsicherheit und Verwirrung. Finanziell fast am Ende, übersiedelte sie 1626 aus dem Hôtel du Marais in eine kleine Wohnung in der Pfarrei St-Nicolas-du-Chardonnet, nahe dem Kolleg der Guten Kinder, wo der heilige Vinzenz, nun ihr geistlicher Berater, mit seiner neuen Gemeinschaft der Missionspriester wohnte.

 

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St. Nicolas-des-Champs, Paris

 

Louise wollte etwas tun, wußte aber nicht was. Vinzenz von Paul, der oft wegen der Missionen auf dem Land abwesend war, fehlte seit dem Tod der Madame Gondi im Jahr 1625 eine treue und tatkräftige Hilfe für die Koordination der Caritasbruderschaften, die er 1617 gegründet hatte. Er wollte diese allein dastehenden Gruppen in einem gefestigten und dauerhaften nationalen Plan zusammenschließen. In Louise Le Gras ahnte er die ideale Mitarbeiterin für diese Aufgabe, wartete aber zunächst auf ein Zeichen der Vorsehung.

1629 entschied sich Louise für die Mitarbeit an der Seite des heiligen Vinzenz.

 

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St. Nicolas-des-Champs, Paris

In dieser Kirche erfuhr die heilige Louise de Marillac, am 4. Juni 1623, noch zögernd was ihre Berufung betraf, den Willen Gottes, der ihr die zukünftige Gründung der Gemeinschaft der Filles de la Charité vor Augen stellte.

 

So waren die beiden nun auf den Straßen Frankreichs unterwegs. Sie versammelten überall die Frauen der örtlichen Bruderschaften, ermutigten sie, stärkten ihr Vertrauen in ihre Mission, bestätigten die Regeln, schlichteten in Streitfällen. Sie gaben den Kindern Religionsunterricht sowie Anweisungen, wie der Unterricht nach ihrer Abreise weitergehen sollte. Sie gründeten Schulen und stellten Lehrerinnen ein. Nach ihrer Ansicht gehörte der Unterricht unmittelbar zur Nächstenliebe. Diese Rolle war für Louise die erste größere Aufgabe. Sie selbst gehörte seit 1634 zu den Caritas-Damen de Hôtel-Dieu von Paris. Schnell wurde sie zum Vorbild und zur Leiterin.

 

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Kloster der Vinzentinerinnen in der Rue du Bac, Paris

“Der Schutz Gottes ist immer da !”

 

Vier Jahre lang hatte Louise nun die Caritasbruderschaften um Paris, in der Champagne und in Burgund besucht.  Sie hatte sich gewöhnt zu handeln und zu entscheiden und war entscheidend an ihrer Aufgabe gewachsen, die Last der Kindheit und der Jugend hatte sie hinter sich gelassen. Als Zeichen dafür gab sie ihren Namen Le Gras auf und nannte sich fortan Louise de Marillac, nach dem Namen ihres Vaters.

 

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Kloster der Vinzentinerinnen in der Rue du Bac, Paris

 

Nach einem langen Weg voller Prüfungen begegnete Louise im Alter von 40 Jahren der jungen Hirtin Marguerite Naseau, die ihr Leben den Armen und Kranken widmen wollte. Louise führte sie in die Arbeit ein, bald schlossen sich weitere Frauen an. Marguerite Naseau starb nur 3 Jahre später im Jahr 1633 an der Pest, mit der sie sich bei der Pflege eines Kranken infiziert hatte.

Am 29. November 1633 schlossen Louise und ihre vier Mitschwestern sich zu einer geistlichen Gruppe zusammen. Vinzenz von Paul leitete diesen Gründungsakt. Die Filles de la Charité, auch Vinzentinerinnen genannt, waren gegründet. Louise übernahm die geistliche, moralische und praktische Formung der neuen Gemeinschaft. Am 25. März 1642, am Fest der Verkündigung, legten Louise und ihre vier Mitschwestern während der Messe die Gelübde der Armut, der Keuschheit, des Gehorsams und des Armendienstes ab, das sie von nun an jedes Jahr erneuerten. Im Jahr 1646 wurde die Gemeinschaft vom Erzbischof anerkannt.

 

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Kloster der Vinzentinerinnen in der Rue du Bac, Paris

“Die heilige Louise de Marillac, Mitbegründerin der Vinzentinerinnen.”

 

1638 begann Louise, sich um Waisenkinder zu kümmern. In der Nähe der Kirche Nôtre-Dame gab es einen Handel mit Kindern. Der heilige Vinzenz und Louise taten alles, um diesen unschuldigen Kindern zu helfen. Mit großem Organisationstalent schafften beide es, im Verlauf der Jahre mehr als 20000 Kinder von der Straße zu holen und sie somit vor einem erbärmlichen Schicksal zu bewahren. Auch der Unterricht bildete von nun an einen Schwerpunkt in ihrem Schaffen. Mit großem Eifer und Engagement setzte Louise sich besonders für die Ausbildung benachteiligter Mädchen ein. Sie entwickelte neue Lehrpläne und innovative Unterrichtskonzepte. Die Aufgaben wurden immer vielfältiger und umfangreicher: Krankenpflege, Gefangenenbesuche, insbesondere der Galeerensträflinge, Karitas in den Altenheimen und für die Kriegsverwundeten, Armenspeisung. Das Elend hatte viele Gesichter...aber überall waren Louise und ihre Mitschwestern zu Hilfe. Auch in der Seelsorge und der Ausbildung der Mitschwestern war Lousie äußerst erfolgreich.

Die intensive und wirksame Zusammenarbeit zwischen Vinzenz und Louise wurde durch das gegenseitige Vertrauen noch gestärkt, dieses hatte seine Wurzeln in einem tiefen Glauben und im Wissen um den gemeinsamen Auftrag.

Die heilige Louise weihte 1644 in Chartres während einer Wallfahrt ihre Schwesterngemeinschaft der Mutter Gottes.

Im Februar 1660 begannen Louises Kräfte abzunehmen. In Frieden erhielt sie die Krankensalbung. Am 15. März, Montag in der Karwoche, gab sie, die sich Gott ganz hingegeben hatte für den Dienst an den Armen, Gott ihre Seele zurück.

 

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Die sterblichen Überreste der heiligen Louise wurden zunächst in der Kirche St. Laurant in Paris beigesetzt

 

Der Gedenktag der heiligen Louise ist der 15. März.

Sie wurde am 9. Mai 1920 selig-, und am 11.3.1934 heilig gesprochen.

Die heilige Louise ist die Schutzpatronin aller in der Sozialarbeit tätigen.

 

 

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