Kinderpatenschaften der Vinzentinerinnen in Peru

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Für die Welt bist Du irgendjemand, aber für irgendjemand bist Du die Welt.

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vinzenz1groß “ Habe ein Herz für die Armen - ohne Maß wird dann dein Herzensfrieden sein. ”

Vinzenz von Paul Seuchen, Kriege, Hungersnot, Rechtlosigkeit der Armen — am Ende des 16. Jahrhunderts herrschte unter der Landbevölkerung Frankreichs großes Elend. In der Gascogne, dem kargen Vorland der Pyrenäen, wurde Vincent de Paul, Vinzenz von Paul, wie er im Deutschen genannt wird, am 24. April 1581 als Sohn eines armen Bauern in der Nähe von Pouy geboren. Seine Familie bestimmte ihn zum Priesterberuf und so studierte er zunächst in Toulouse Theologie.

 

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Chapelle St. Vincent de Paul, Paris

 

Schon im Alter von 19 Jahren wurde der strebsame junge Mann, der Karriere machen wollte, zum Priester geweiht, fand aber zunächst keine Anstellung. Als Notlösung arbeitete er in einem Internat in Toulouse, litt an Geldmangel, machte Schulden, musste vor den Gläubigern fliehen.

 

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Pfarrei in Clichy - Paroisse catholique de Clichy la Garenne, Paris - die erste Pfarrei des heiligen Vinzenz

 

Bei einer Reise geriet er in Gefangenschaft von türkischen Seeräubern und wurde als Sklave nach Algier verkauft. Erst nach einer riskanten Flucht über das Mittelmeer konnte er nach Frankreich zurückkehren.

 

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Pfarrei in Clichy - Paroisse catholique de Clichy la Garenne, Paris

 

1608 wurde Vinzenz von Paul Priester in Paris und lebte in der Hoffnung, hier endlich auch finanziell Boden unter die Füße zu bekommen. Mit 26 Jahren schrieb er seiner Mutter : ,,Ich hoffe, dass Gott meine Mühen segnet, und er es mir bald ermöglicht, mich ehrbar zur Ruhe zu setzen, um den Rest meiner Tage bei euch sein zu können.”

 

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Pfarrei in Clichy - Paroisse catholique de Clichy la Garenne, Paris

 

Tatsächlich gelang es ihm, Beziehungen zu bedeutenden Männern in Staat und Kirche zu knüpfen. Er erhielt Zutritt zu begüterten Kreisen. Bei der geschiedenen Gattin König Heinrichs IV. wurde Vinzenz Almosenverteiler ; er genoss das galante Leben. Gerade schien es, als hätte er finanziell mehr als ausgesorgt. Doch dieser Plan, verbunden mit der Suche nach Reichtum und sozialer Sicherheit, misslang.

 

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Pfarrei in Clichy - Paroisse catholique de Clichy la Garenne, Paris

 

In Paris vollzog sich eine radikale innere Wandlung, nicht zuletzt dank der persönlichen Freundschaft zu dem Priester Pierre de Bérulle, dem späteren Gründer des Pariser Oratoriums, einer Wohn- und Lebensgemeinschaft von Priestern, und André Duval, einem Theologen der Sorbonne. Mehrere Erlebnisse ließen den heiligen Vinzenz seine Bestimmung erkennen ; so sah er an einem Sterbenden sein eigenes Ungenügen, in den Spitälern von Paris lernte er das Elend der kranken und alten Menschen kennen. Bald empfand Vinzenz es als einen großen Gewinn, sich um die Armen zu kümmern. In Auseinandersetzung mit anderen Engagierten, darunter Franz von Sales, entschloss Vinzenz von Paul sich, seine Kräfte in den Dienst der Notleidenden zu stellen. Vinzenz wurde ein hingebungsvoller Pfarrer, voll von seelsorgerischem Eifer und hingebungsvollem Einsatz für die Armen und Kranken.

Ab 1612 war er als Priester in Clichy bei Paris tätig.

 

Die folgenden Bilder zeigen die erste Pfarrkirche des heiligen Vinzenz  in der Paroisse catholique de Clichy, 96 bd Jean Jaures, in Paris.

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Ab 1613 wirkte Vinzenz als Hausgeistlicher des Galeerengenerals de Gondi in Paris und wurde zum geistlichen Berater der Familie.

 

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St. Germaine L´Auxerois, Paris

 

Ab 1617 wurde der heilige Vinzenz als Pfarrer in Chatillon-les-Dombes bei Lyon eingesetzt. Hier gründete er am 8. Dezember 1617 die erste "Confrérie des Dames de la Charité", eine karitative Frauenvereinigung, die sich um Arme und Kranke sorgte. Der Ruf dieses sich im Dienst der Menschen verzehrenden Mannes verbreitete sich schnell. In immer mehr französischen Städten entstanden Bruder- schaften der Nächstenliebe.

 

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St. Nicolas, Paris

 

Ab 1618 war Vinzenz wieder in Paris als Seelsorger tätig. Die Berichte Philippe de Gondis über die schreckliche Lage der Galeerensträflinge veranlassten ihn, die Gefangenen in der sogenannten Conciergerie - in der Nähe von Nôtre-Dame - zu besuchen. Die Zustände, die er dort vorfand, erschütterten ihn zutiefst. Vinzenz nutzte seinen ganzen Einfluss, um die Lage der Gefangenen zu verbessern. Durch seine Initiative wurde eine breite Reform zu Gunsten der Lebensumstände der Galeerensträflinge eingeleitet und für ihn selbst eigens der Posten des “Generalseelsorgers der Galeeren” geschaffen.

1621 folgte die Gründung der Laiengemeinschaft für Männer, die "Serviteurs des pauvres", die "Diener der Armen".

 

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St. Laurent, Paris - die Pfarrkirche der heiligen Louise und des heiligen Vinzenz

 

In einem Haus für Geisteskranke in Saint Lazare begann Vinzenz von Paul, sich um diese Eingesperrten zu kümmern. Er ermunterte andere Menschen und die Schwestern seiner Gemeinschaft, seelisch Kranke liebevoll und freundlich zu behandeln — ungewöhnliche Worte in einer uns bisweilen hart erscheinenden Zeit. Für die vielen karitativen Aufgaben gründete er am 17. Januar 1625 die "Kongregation der Mission", Lazaristen oder nach ihrem Gründer auch Vinzentiner genannt. Der Name Lazaristen stammt von einem großen Priorat, das der heilige Vinzenz vom letzten Prior von St. Lazare, Adrien le Bon, für die Errichtung eines Mutterhauses für seine Missionspriester erhielt. Dieses Priorat war nach Lazarus von Bethanien benannt, den Jesus von den Toten auferweckt hat.

Im Jahr 1625 begegnete Vinzenz von Paul zum ersten Mal der heiligen Louise.

 

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Die Kirche St. Vincent de Paul, Paris

Die Kirche St. Vincent de Paul im 10. Arrondissement von Paris wurde im 19. Jahrhundert auf dem Standort des historischen Haus Saint Lazare gebaut. Dieses Haus beherbergte von 1632 bis 1793 die von Vinzenz von Paul gegründete Congregation de la Mission, hier lebte und arbeitete er.

 

Ab 1627 widmete er sich ganz der Arbeit mit und für seine Gemeinschaften. 1631 begann Vinzenz von Paul in Paris die sogenannten Exerzitien für Weihekandidaten, die zu einem großen Erfolg wurden. Mit der Gründung von Ausbildungsstätten für Priester wie für Schwestern legte er den geistlichen Grundstein für das Engagement zu Gunsten der Armen. Zur besseren Ausbildung des Klerus hielt Vinzenz Exerzitien und regelmäßige "Konferenzen" ab, bei denen sich die Elite des Klerus traf. Die Frage ,,was würde heute und jetzt unser Herr tun?” wurde ihm zur Regel, aus der er selbst lebte, und die er oft seinen Helfern in den Caritasvereinen, den Barmherzigen Schwester und den Missionspriestern ans Herz legte.

 

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Louise de Marillac wird durch ihren Vater dem heiligen Vinzenz vorgestellt - Kirchenfenster Pfarrei Clichy

 

Am 29. November 1633 folgte, in Zusammenarbeit mit Louise de Marillac, die Gründung der "Filles de la Charité", der "Töchter der christlichen Nächstenliebe, Dienerinnen der Armen" oder nach ihrem Gründer "Vinzentinerinnen" genannt.  Die Aufgabe der Schwestern, die ohne Ordenstracht und nicht in klösterlicher Klausur, sondern vor Ort bei den hilfsbedürftigen Menschen lebten, war die Versorgung von Alten, Kranken und Waisen.

Ab 1638 gründete Vinzenz, zusammen mit Louise de Marillac, im Rahmen seines “Werkes für Findelkinder”, zahlreiche Waisenhäuser. Allein in Paris wurden jährlich mehr als 400 Kinder ausgesetzt. Innerhalb von 22 Jahren, so wird berichtet, betreuten Vinzenz und seine Schwestern 22 000 Kinder, die so vor einem erbärmlichen Schicksal bewahrt wurden. Vor adeligen Damen wurde er nicht müde, für diese Aufgaben Geld zu erbetteln.

 

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Kirche St. Vincent de Paul in Paris

 

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St. Germaine L ` Auxerrois, Paris

 

Bei Volksaufständen gegen die absolutistische Herrschaft des Königshauses richtete er in Paris Volksküchen und Lazarette ein und half so vielen Opfern des Bürgerkrieges. Vinzenz und seinen vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelang es, ganze Regionen vor dem Hungertod zu bewahren, als durch den Dreißigjährigen Krieg und verschiedene Bürgerkriege die Not in Nordfrankreich unbegrenzt schien. Mit Nachdruck setzte er sich für die Hungernden bei der Königin und ihrem Minister Mazarin ein.

 

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1643 wurde Vinzenz von Paul in den sogenannten Gewissensrat der Königin Anna von Österreich berufen. In dieser Funktion schlug er zehn Jahre lang geeignete Priester für verschiedene Bischofssitze vor.

Mit Vehemenz setze er sich für die Reinheit des Glaubens ein. Seine zahlreichen mündlichen und schriftlichen Eingaben beweisen seine theologischen Kenntnisse, seinen scharfen kritischen Geist und seine pädagogische Begabung, immer in der Sorge um das Seelenheil der Menschen.

 

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Vinzenz von Paul half in der Folgezeit zahlreichen Flüchtlingen aus Lothringen, die im Pariser Exil mittellos waren, und Flüchtlingen aus Irland, die wegen der Verfolgung durch Cromwell in Paris Zuflucht suchten. Zu einem weiteren Schwerpunkt seiner karitativen Arbeit wurde sein Kampf zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Sklaven, die auf den Märkten von Tunis und Algier verkauft wurden.

Die von ihm gegründeten Bruderschaften und Kongregationen entfalteten sich in kurzer Zeit äußerst erfolgreich rund um den Globus.

Vinzenz von Paul starb am 27. September 1660 mit 79 Jahren, ein halbes Jahr später als seine begnadete Mitstreiterin Louise de Marillac (1591-1660). Er wurde 1729 selig- und 1737 heilig gesprochen.

Vinzenz kann als Begründer der neuzeitlichen Caritas gelten. Neben seinem vielfachen Wirken zu Gunsten der Armen stehen gleichberechtigt seine großen Leistungen in der Evangelisierung der französischen Landbevölkerung und bei der Aus- und Weiterbildung des Klerus. Die Vinzentinerinnen sind heute mit rund 20.000 Mitgliedern die größte Frauengemeinschaft der katholischen Kirche.

Die Vinzentinerinnen waren auch das Vorbild für die die von Mutter Teresa gegründete Ordensgemeinschaft ; Mutter Teresa hat sich selbst als "zweite Vinzentinerin" bezeichnet.

Die Reliquien des heiligen Vinzenz werden in der Chapelle de Saint Vincent in Paris sowie in der Mutterhauskapelle der Vinzentinerinnen (rue du bac) in Paris aufbewahrt.

 

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Sein Gedenktag ist der 27. September.

Der heilige Vinzenz von Paul gilt als Schutzpatron der Lazaristen, der Vinzentinerinnen, aller karitativer Einrichtungen, insbesondere der Krankenhäuser, der Gefangenen, der Waisen und des Klerus.

 

 



 

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